
Oft geschieht etwas Schönes und wir gehen einfach darüber hinweg. Eine schöne Begegnung. Ein Tee-Moment am Morgen. Eine Pause in der Sonne. Ein gelungenes Gespräch im Beruf.
10 Sekunden, die verändern
Die 10-Sekunden-Regel besagt: Wenn dir etwas Angenehmes widerfährt, halte bewusst zehn Sekunden inne. Lass den Moment wirken und spüre der Körperempfindung nach. Nimm wahr, wo sich Leichtigkeit, Wärme oder Ruhe zeigt. Diese kurze Zeitspanne reicht aus, damit das Erlebte im Nervensystem ankommt. Während sich belastende Erfahrungen von selbst einprägen, brauchen positive Erlebnisse bewusste Aufmerksamkeit, um sich zu verankern.
Du kannst dir innerlich sagen: „Das tut gut.“ oder “Das war so angenehm.” und lächeln, während du die Wärme im Brustraum, den weichen Atem, die Entspannung in den Schultern oder die Weite im Brustraum fühlst. Diese zehn Sekunden – nicht mehr – verändern nach und nach Verknüpfungen im Gehirn inkl. der Verbindung zum Körper und sorgen so für mehr Ausgeglichenheit.
Ein persönliches Beispiel – 10 Sekunden im Wasser
Ich liebe Schwimmen. Ich habe das Glück – auch im Winter – im Freibad schwimmen zu können. Am Ende meiner Schwimmeinheit bleibe ich einen Moment stehen, spüre den Körper, die angenehme Müdigkeit, schaue in die Bäume am Becken. Dabei nehme ich mir bewusst kurz Zeit, um wahrzunehmen, wie gut mir das getan hat und – besonders im Winter – wie schön es ist, das warme Wasser an den Beinen zu fühlen.
Mehr Ausgeglichenheit mit 90 plus 10
So wie wir mit der 90-Sekunden-Regel lernen, schwierige Emotionen zu regulieren, lernen wir mit der 10-Sekunden-Regel, nährende Erfahrungen bewusst zu genießen und vertiefen. Beides zusammen stärkt die innere Balance und kultiviert Freude im Alltag.


